Der Pfälzer Keschdeweg: Eine Wanderung durch Kastanienwälder mit viel Genuss

Herbstzeit ist Kastanienzeit – vor allem in der Pfalz! Denn die ist bekannt für ihre bunten und duftenden Kastanienwälder.

Der Pfälzer Keschdeweg ist ein 64 km langer Wanderweg, der von Hauenstein über Annweiler, Edekoben und Maikammer bis Neustadt an der Weinstraße verläuft. Besonders zur Herbstzeit vom 1. Oktober bis zum 15. November, wenn die Kastanien in ihren stacheligen Hüllen von den Bäumen fallen, ist die Wanderung ein Erlebnis: Das Rascheln beim Gehen, die Freude beim Sammeln der vielen braun-glänzenden Kastanien und das anschließende Zubereiten sind pures Vergnügen. Entlang der Weinstraße laden zahlreiche Restaurants, Winzerhöfe, Cafés und Hotels ein, den neuen Wein der Winzer zu probieren und köstliche Menüs rund um die „Keschde“ zu genießen: Süß, salzig, gekocht oder geröstet – dabei wird sicherlich jeder Geschmack getroffen.

Wegen Corona können diese Restaurants allerdings momentan leider nicht besucht werden. Man kann sie jedoch unterstützen, indem man vom Abholservice Gebrauch macht, den viele anbieten. Einige Restaurants bieten das alljährliche Gansessen auch noch im Januar an, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, die verpasste Tradition nachzuholen. Auch Zuspruch und positive Worte können in diesen Zeiten helfen, den Gaststättenbetreibern Mut zu machen.

Ursprünglich sind die Edelkastanien in den südlicheren Gebieten wie Italien oder Frankreich heimisch. Doch durch die wärmeren Temperaturen wachsen die Kastanien in der Pfalz hervorragend. Ihren Ursprung hat die Edelkastanie übrigens im östlichen Mittelmeer und dem Schwarzmeer. Sie wurde erstmals von den Römern angepflanzt.

Die Frucht der Kastanienbäume nennt man in der Pfalz „Keschde“. Sowohl die Frucht als auch die Bäume lassen sich vielseitig nutzen: Die Esskastanie lässt sich köstlich zu herbstlichen Gerichten zubereiten und das Holz der Bäume ist sehr hochwertig, es wird gerne zum Bau von Weinfässern genutzt. Aber auch im Herbst färben sich die Blätter in rot-braune Töne und lassen den Wald strahlen!

Bei einer Wanderung durch den pfälzischen Kastanienweg werden alle Sinne angesprochen: Überall raschelt das Laub von Familien, die nach Kastanien suchen, die kleinen stacheligen Bälle fallen von den Bäumen in die Erde, oft direkt neben den Schuh. Es duftet nach Herbst: Laub, Moos, Holz, Erde und vergorenen Trauben, die noch an den Reben hängen.

Die Sonne scheint durch die vielen Blätter, wodurch das Licht rot-orange wirkt und die Haut wärmt, obwohl es kalt ist. Immer wieder gibt es eine Bank an einem schönen Plätzchen im Wald, um eine kurze Rast zu machen. In unserem Gepäck waren Früchtebrot, gebackener Kuchen, Schwarztee und eine Johannisbeer-Holunder Genuss-Limonade, die farblich perfekt in die Umgebung gepasst hat. Die gesammelten Kastanien wurden am Abend in einer Feuerschale geröstet, der Geruch erinnerte an Weihnachtsmärkte. Süßlich und warm im Geschmack – ein Genuss!